Mit Windkraft in den Frühling (Ostseezeitung 17.03.2010)

Beitrag NDR "Entdecklust" vom 15.11.2009 Link zur NDR Mediathek
(der Beitrag beginnt ab Minute 14,58)
An der Küste hat die Lenkdrachen-Saison begonnen (Quelle: Ostseezeitung 29.09.2009)
Nur wenige Schritte vom Strand entfernt gibt es alles für Anfänger und Profis bei Nora Greulich im „Spirit of Sky“.

Auf eine Spannweite von 2,20 Meter bringt es der Lenkdrachen, den Niels Müller vom Spielwarengeschäft Wupatki präsentiert.
Foto: Hartmut Klonowski

Björn Fischer und Ivonne Wittenborn aus Berlin machen eine Woche lang Urlaub in Warnemünde und sind vom Drachensteigen begeistert.
Wegen des Strandes seien sie gekommen, und da gehöre ein Drachen dazu. Es ist Herbst, die Badesaison endet, und da erobern wieder allerlei große und kleine Flugobjekte den Himmel über Warnemünde.
Bis zum 30. September allerdings nur im Bereich des Leuchtturms — so steht es in der Strandsatzung. „Es ist das erste Mal, dass ich einen Lenkdrachen in der Hand habe, und ich bin hellauf begeistert“, sagt Ivonne Wittenborn — während ihr Freund ohne Murren bei den Abstürzen assistiert.
Der Strand sei schon das beste Revier, um Drachen steigen zu lassen, bemerkt Nora Greulich. (Sie...) führt das Fachgeschäft „Spirit of Sky“ in der Seestraße. „Wer Drachen verkauft, sollte sie auch reparieren“, verweist Iten auf den nicht ganz selbstverständlichen Service. Am Strand könne es bei stärkeren Winden durchaus zu Schäden kommen. „Sobald Wind weht, kann man runtergehen“, sagt Nora Greulich. Und alle Drachen-Freunde, die sie kenne, bevorzugten den Strand. Dort sei das Potenzial noch gar nicht ausgeschöpft: Im kommenden Jahr werde sie an speziellen Abschnitten Kurse für Buggys mit Zugschirm anbieten.
Natürlich biete der Strand die besten Bedingungen, sagt auch Mike Saul vom Rostocker Drachen-Spezialisten Wupatki. „Aber da ist es manchmal so voll, dass sich alle in die Quere kommen.“ Rund um Rostock gebe es zahlreiche Wiesen, die es genauso ermöglichten, die Kraft des Windes zu erleben. Vernünftiges Material, eine große freie Fläche und Wind aus einer Richtung — damit stehe dem Vergnügen eigentlich nichts im Weg. „Hinter Bäumen funktioniert es aber nicht“, sagt Mike Saul. Am Rande von Biestow und der Südstadt ließen sich gute Plätze finden, auch zwischen der Warnow und Alt Bartelsdorf habe er schon Drachen beobachtet, berichtet Saul. Achten solle man aber darauf, dass die Flächen auch betreten werden dürften.
Und einen Hinweis gibt er immer wieder: Der Abstand zu Stromleitungen müsse ausreichend sein, ideal seien zwei Kilometer. Auch im Stadtgebiet finden sich Flächen. Das Fischerdorf und das Areal von der Messestraße Richtung Ikea sei geeignet, gibt Antje Dannehl-Klein, Leiterin des Evershäger Stadtteil- und Begegnungszentrums, als Tipp auf den Weg. „Da können Eltern mit Kindern wunderbar Drachen steigen lassen.“ Toitenwinkels Stadtteilmanager Jens Anders empfiehlt den Bereich rund ums Friedensforum. „Die Fläche ist groß genug.“ Im IGA-Park hat Heike Merten bisher keine Himmelsobjekte beobachtet. „Platz gibt‘s bei uns aber genug.“ Dort etwa, wo die Nationengärten standen, und auch am Warnowufer. Es sei durchaus eine Überlegung wert, mal ein Drachenfest auf dem Gelände zu testen. Das macht das Göldenitzer Miniland MV am Sonntag schon zum siebten Mal vor. „Es wird sehr gut angenommen“, berichtet Leiterin Maike Krause. Bis zu 500 Gäste würden bei den Feiern gezählt.
Mike Saul kann übrigens nicht verstehen, warum Drachen nicht auch im Frühjahr hochsteigen. „Da ist der Wind genauso gut.“ Früher hätten Väter erst nach der Ernte Zeit gehabt, mit ihren Kindern die Fluggeräte zu bauen, erklärt er sich das Phänomen. „Das ist offenbar in den Köpfen hängen geblieben.“ Der Drachenflug gehöre gefühlt wohl genauso zum Herbst wie der Laternenumzug.
Info: Mehr Details zu den Windbedingungen bietet der Meteorologe im Internet unter www.tiesel.de.
